Im 2. Fall geht es um die Entwicklung eines Angebotes für den Studiengang Maschinenbau an der Fachhochschule Dortmund. Im Interview werden die Hintergründe und das Anliegen des Fachbereichs bei der Überarbeitung der Studienangebote erläutert. Auf den folgenden Seiten wird die mediendidaktische Konzeption für den vorliegenden Fall erarbeitet.

Cindy Konen berichtet über die Planung einer digital-gestützten Lehrveranstaltung “Betriebswirtschaftliche Grundlagen” im Studiengang “Maschinenbau” der FH Dortmund.

Dipl.-Betriebswirtin Cindy Konen, Fachbereich für Maschinenbau, FH Dortmund
Bei den interaktiven Übungen erhalten Sie Rückmeldungen zu Ihren Antworten. An manchen Stellen überrascht Sie vielleicht eine “richtig-” oder “falsch-” Antwort. Bitte beachten Sie: Diese Rückmeldungen sollen zum Nachdenken anregen und es sind an manchen Stellen auch andere “richtige” Antworten begründbar.
BildungsproblemGründeZieleZielgruppeMethodeSzenarioMedienOrganisation

Bildungsproblem

Im ersten Schritt klären wir das Bildungsproblem bzw. das Bildungsanliegen. Dabei grenzen wir es von anderen Gründen für mögliche Leistungsdefizite oder Kompetenzerwartungen ab. Im Interview mit dem Auftraggeber werden verschiedene Aspekte benannt.

Bildungsangebote können nur Bildungsprobleme lösen. Deswegen stellt sich auch in diesem Fall die Frage: Inwieweit handelt es sich im vorliegenden Fall tatsächlich um ein Bildungsanliegen?

Gründe

Im vorliegenden Fall wird ein mediengestütztes Lernangebot für die Zielgruppe der Lehrkräfte geplant. Hierbei sollte genauer überlegt werden, welche Gründe tatsächlich für den Einsatz sprechen bzw. welchen Nutzen sich von dem Einsatz der digitalen Medien im konkreten Fall erhofft wird. Auch gilt es, mögliche Argumente abzuwägen, die gegen den Einsatz neuer Lehr-Lernformate sprechen könnten.

Lehr-Lernziele

Kompetenzen beinhalten Lehr-Lernzielbeschreibungen zu …
  • Wissen bezieht sich auf das Erlernen von Fakten, Konzepten und Prozeduren, das je nach Vorwissen in die kognitive Struktur integriert wird.
  • Fertigkeiten meint Abläufe, die sich (nur) durch wiederholtes Üben erwerben lassen.
  • Einstellungen beinhaltet die affektive Dimension und umfasst Normen, Werte und Einstellungen der Persönlichkeit.
    In den Kompetenzbereichen lassen sich Lehr-Lernziele unterschiedlichen Leistungsniveaustufen zuordnen.

    Bitte betrachten Sie das Video. Gehen Sie zu den Stellen, an der die “Lerninhalte” beschrieben werden.

    Ordnen Sie die Lehr-Lernziele den Stadien einer Fertigkeit zu:

    Ordnen Sie die kognitiven Lehr-Lernziele den Stadien der Wissenstaxonomie zu:

    Zielgruppe

    Die Zielgruppenanalyse bezieht sich auf die Lernenden. Für die mediendidaktische Konzeption ist ein genaueres Verständnis der Zielgruppe ganz entscheidend. Fehler in der Zielgruppenanalyse führen zu einem Lernangebot, das am Ende kaum das Bildungsproblem lösen wird. Vor allem wird es sehr schwer sein, solche Fehler zu einem späteren Zeitpunkt zu revidieren. Deswegen muss die Zielgruppe genauer analysiert werden, etwa durch Gespräche mit Personen aus der Zielgruppe oder zumindest mit Expert/innen aus dem Feld, die entsprechende Auskunft geben können.

    Bitte betrachten Sie das Video und gehen Sie zu der Stelle, an der die “Zielgruppe” beschrieben wird. Im Folgenden finden sich Aussagen zur Zielgruppe. Bitte beschreiben Sie, soweit möglich, auf Grundlage der Angaben im Video die Zielgruppe oder machen Sie plausible Annahmen zu den Merkmalen der Zielgruppe.

    Didaktische Methode

    Sie kennen vermutlich eine Reihe didaktischer Methoden – sei es aus eigener Erfahrung als Lernender oder als Lehrender: etwa traditionelle Methoden wie z.B. Frontalunterricht, Gruppen- oder Partnerarbeit, Experiment oder spezielle Methoden etwa Zukunftswerkstatt oder Phantasiereise. Sie sind typischerweise im Kontext des Präsenzunterrichts entstanden und gehen davon aus, dass die Lernenden zeitgleich in einem Raum anwesend sind.

    Da sich bei mediengestützten Varianten die Lehr – Lernsituation öffnet, stehen Didaktische Designer vor der grundlegenden Entscheidung, ob das Lernangebot eher einen Lernpfad vorgibt oder die Lernwege offen lässt und den Lernenden Möglichkeiten der Wahl anbietet. Mit dieser Entscheidung sind eine Reihe von Fragen und grundsätzlichen Debatten verbunden: Ist es besser, den Lernenden zu “führen” oder “wachsen zu lassen”, so würde man umgangssprachlich sagen. In der Mediendidaktik werden diese Ansätze unter den Begriffen Exposition oder Exploration diskutiert:

    Exposition: Wir führen systematisch und schrittweise in den Lehrstoff ein und orientieren uns dabei an didaktischen Prinzipien, die sich bewährt haben, etwa vom Einfachen zum Schweren, vom Konkreten zum Abstrakten.

    Exploration: Wir bieten den Lernenden eine – reichhaltige – Umgebung an, in der sie ihren Lernweg selbst finden. Wir konfrontieren sie mit Aufgaben und Projekten, die ihre Neugier anregen und sie dazu motivieren, sich mit den Lerninhalten zu beschäftigen und Lösungen zu finden.

    Szenario

    Welches Lehr-Lernszenario erscheint Ihnen im vorliegenden Fall plausibel? Hier gibt es nicht unbedingt “eine” richtige Lösung, oftmals liegt eine Kombination vor. Gleichwohl sind manche Lösungen weniger plausibel als andere, wenn die angestrebten Lehr-Lernziele und andere Rahmenbedingungen beachtet werden.

    Medien

    Für die Realisierung des Lernangebots gibt es verschiedene medientechnische Umsetzungen. Nicht alle technischen Möglichkeiten sind immer in gleichem Maße sinnvoll. Es gilt, sich bei der Entscheidung für die eine oder mehrere Optionen gezielt damit auseinander zu setzen, welche technischen Implementationen das gewünschte Lernziel am besten unterstützt.

    Lernorganisation

    Medien erweitern das Spektrum, wie Lernen organisiert werden kann. So eröffnet es uns die Möglichkeit zu beliebigen Zeiten an beliebigen Orten, allein oder in der Gruppe, zu Lernen. Für die Konzeption von Lernangeboten bietet sich somit die Chance ganz neue und auf den Lernenden abgestimmte Lernszenarien zu entwickeln.

    Für die Planung eines jeden Lernangebot sind die zeitliche, räumliche und soziale Lernorganisation zu berücksichtigen. Rahmenbedingungen und bereits getroffene didaktische Entscheidungen beeinflussen die Lernorganisation.

    Welche Varianten der Lernorganisation erscheinen Ihnen im vorliegenden Fall plausibel?